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Gesundheitssystem in Austria

Überblick über das Gesundheitssystem, Versicherungsoptionen und medizinische Versorgung für Expats

Um sich im hochwertigen, zweistufigen Gesundheitssystem Österreichs zurechtzufinden, müssen Sie die gesetzliche Pflichtversicherung, die unverzichtbare E-Card und die Möglichkeiten einer privaten Zusatzversicherung kennen.

Public Healthcare
ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) beitragsabhängig für
Beitragsabhängig für Bewohner
To Enroll
Arbeitgeberregistrierung + E-Card-Foto
Private Insurance
45–150 €/Monat
Emergency
144 Rettungsdienst
  • Österreich verfügt über ein zweistufiges Gesundheitssystem, das hauptsächlich durch die obligatorische Sozialversicherung finanziert wird und den Einwohnern eine allgemeine Absicherung bietet.
  • In Österreich beschäftigte Expats sind automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung (ÖGK) angemeldet, wobei die Beiträge vom Gehalt abgezogen werden.
  • Eine Foto-E-Card ist für den Zugang zu öffentlichen Gesundheitsdiensten unerlässlich, dient als Versicherungsnachweis und enthält Ihre elektronische Gesundheitsakte.
  • Die private Krankenversicherung ist eine Zusatzversicherung und bietet Vorteile wie kürzere Wartezeiten, freie Arztwahl und private Krankenzimmer.
  • Nicht-EU/EFTA/UK-Bürger benötigen für Visumsanträge und Aufenthaltsgenehmigungen eine umfassende Krankenversicherung.
  • Notdienste sind überall erreichbar, indem Sie 144 für einen Krankenwagen oder 112 für die europäische Notrufnummer wählen.
  • Obwohl die Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung hoch ist, bestehen Bedenken hinsichtlich der Wartezeiten für Facharzttermine und der Möglichkeit eines zweistufigen Systems.
  • Zu den typischen Selbstbeteiligungskosten gehören eine Rezeptgebühr (6,50–7,55 €) und eine geringe tägliche Krankenhausgebühr, wobei die meisten anderen Leistungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.
EmergencyWenn Sie den Notdienst anrufen, geben Sie bitte deutlich Ihren Standort und die Art des Notfalls an. Beachten Sie, dass die Disponenten möglicherweise hauptsächlich Deutsch sprechen. Einfache Sätze oder die Frage „Sprechen Sie Englisch?“ kann hilfreich sein.
144
RettungsdienstKrankenwagen und medizinische Notfälle
112
Europäische NotrufnummerAllgemeine Notfälle in ganz Europa (Krankenwagen, Feuerwehr, Polizei)
122
FeuerwehrFeuerwehr
133
PolizeiPolizei
1450
GesundheitsshotlineMedizinische Beratung und ärztlicher Bereitschaftsdienst außerhalb von Notfällen
The Details, by Topic
01Österreichs Gesundheitssystem: Ein Überblick

Österreich verfügt über ein hoch angesehenes, dezentrales zweistufiges Gesundheitssystem, das seinen Einwohnern eine nahezu flächendeckende Absicherung bietet. Das System wird hauptsächlich durch obligatorische Sozialversicherungsbeiträge, die sogenannte Sozialversicherung, finanziert, die Kranken-, Renten- und Arbeitslosengeld abdeckt. Das öffentliche System, das größtenteils von der Österreichischen Krankenversicherung (ÖGK) verwaltet wird, gewährleistet den Zugang zu einem breiten Spektrum medizinischer Leistungen. Während das öffentliche System umfassend ist, entscheiden sich viele Österreicher und Expats für eine zusätzliche private Krankenversicherung, um Zugang zu zusätzlichen Vorteilen wie kürzeren Wartezeiten, freier Arztwahl und privaten Krankenzimmern zu erhalten. Auswanderer, die nach Österreich ziehen, werden feststellen, dass ihr Zugang zur Gesundheitsversorgung im Allgemeinen an ihren Beschäftigungs- oder Aufenthaltsstatus gebunden ist und dass für den Erhalt der lebenswichtigen E-Card besondere Anforderungen gelten.

02Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung über die ÖGK

Das öffentliche Gesundheitssystem Österreichs ist robust und zugänglich und wird hauptsächlich über die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bereitgestellt. Hauptversorger für die meisten Arbeitnehmer und deren Angehörige ist die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). Die Finanzierung erfolgt durch obligatorische Sozialversicherungsbeiträge, in der Regel einen Prozentsatz Ihres Bruttogehalts (z. B. etwa 3,87 % für Arbeitnehmer ab 2026, wobei der Arbeitgeber weitere 3,78 % übernimmt). Selbstständige müssen sich bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) anmelden.

Was die öffentliche Gesundheitsversorgung abdeckt:

  • Arztbesuche: Hausarzt- und Facharztbesuche (häufig ist eine Überweisung eines Hausarztes erforderlich).
  • Krankenhausaufenthalte: Vollständiger Versicherungsschutz in öffentlichen Krankenhäusern (allgemeine Abteilung).
  • Notfallversorgung: Notfalldienste und Krankentransport.
  • Verschreibungspflichtige Medikamente: Abgedeckt mit einer geringen Zuzahlung pro Artikel (z. B. 6,50 € ab 2026 oder 7,55 € ab 2025).
  • Zahnpflege: Grundlegende zahnärztliche Untersuchungen und einige Behandlungen sind abgedeckt, aber umfangreiche Eingriffe wie Kronen oder Implantate erfordern oft erhebliche Eigenzahlungen.
  • Vorsorge: Obligatorische Impfungen, jährliche Gesundheitschecks und Mutterschaftsbetreuung.

Registrierungsprozess für Ausländer:

  1. Anstellungsabhängig: Wenn Sie angestellt sind, ist Ihr Arbeitgeber für die Anmeldung bei der österreichischen Sozialversicherung, in der Regel bei der ÖGK, verantwortlich. Ihr Versicherungsschutz beginnt mit Ihrem ersten Arbeitstag.
  2. Sozialversicherungsnummer: Ihnen wird eine Sozialversicherungsnummer zugewiesen. Mit dieser Nummer können Sie bereits vor Erhalt Ihrer E-Card Zugang zu grundlegenden Gesundheitsleistungen erhalten.
  3. E-Card: Die E-Card ist Ihre Krankenversicherungskarte. Seit 2020 ist für alle neuen E-Cards ein Foto erforderlich. Sollte ein Foto nicht automatisch in offiziellen österreichischen Registern verfügbar sein, ist eine persönliche Abgabe bei einer regionalen ÖGK-Servicestelle oder einer bestimmten Registrierungsstelle erforderlich. Die E-Card kommt in der Regel innerhalb von 2–6 Wochen an. Für die E-Card fällt eine jährliche Servicegebühr an, die im Jahr 2025 13,80 € und im Jahr 2026 14,65 € betrug.

Wartezeiten und Qualität: Das öffentliche System bietet im Allgemeinen eine qualitativ hochwertige Pflege. Jüngste OECD-Berichte (2025) haben jedoch Bedenken hinsichtlich langer Wartezeiten für Facharzttermine und bestimmte Verfahren hervorgehoben, die dazu führen können, dass einige Patienten nach privaten Alternativen suchen.

03Private Gesundheitsversorgung: Ergänzende Optionen

Während die öffentliche Gesundheitsversorgung in Österreich ausgezeichnet ist, dient die private Gesundheitsversorgung als ergänzende Option, die oft als „Komfortklasse“-Versorgung bezeichnet wird. Es ist üblich, dass Einwohner eine private Krankenversicherung abschließen, um ihre öffentliche Absicherung zu verbessern. Im Jahr 2023 waren rund 38,4 % der Bevölkerung privat versichert.

Verfügbarkeit und Qualität: Private Gesundheitseinrichtungen und Ärzte sind in ganz Österreich weit verbreitet, insbesondere in städtischen Zentren wie Wien, Salzburg und Innsbruck. Private Krankenhäuser und Kliniken sind dafür bekannt, ein höheres Maß an Komfort zu bieten, einschließlich privater Zimmer, flexiblerer Besuchszeiten und einer größeren Auswahl an Ärzten.

Vergleich mit der Öffentlichkeit:

  • Arztwahl: In der Privatversicherung haben Sie oft die Möglichkeit, Ihren bevorzugten Arzt oder Facharzt zu wählen, auch wenn dieser keinen Vertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen hat.
  • Wartezeiten: Ein wesentlicher Vorteil der privaten Gesundheitsversorgung sind deutlich kürzere Wartezeiten für Facharztkonsultationen, diagnostische Tests und geplante Operationen.
  • Krankenhausnetzwerke: Zu den renommierten privaten Krankenhausnetzwerken gehören die Wiener Privatklinik und die Privatklinik Döbling.

Typische Kosten: Privatärzte legen ihre Honorare selbst fest, und von den Patienten wird in der Regel erwartet, dass sie im Voraus bezahlen und dann eine Erstattung bei ihrem privaten Versicherer beantragen. Während die spezifischen Beratungskosten variieren, liegen die Prämien der privaten Krankenversicherung für Erwachsene in der Regel zwischen 45 und 100 Euro pro Monat für Basistarife und 90 bis 150 Euro pro Monat für Vollkasko (Stand 2026). Diese Prämien werden vom Alter, dem Gesundheitszustand und der Höhe der Deckung beeinflusst.

04Zugang zur Gesundheitsversorgung für Ausländer und Expats

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Österreich als Ausländer hängt von Ihrem Aufenthaltsstatus und Ihrer Nationalität ab.

Für EU-/EFTA-/UK-Bürger:

  • Kurzzeitaufenthalte (Touristen): Eine gültige Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder UK Global Health Insurance Card (GHIC) bietet Zugang zu medizinisch notwendiger öffentlicher Gesundheitsversorgung zu den gleichen Bedingungen wie ein versicherter Österreicher. Darin sind lebenswichtige Behandlungen enthalten, die nicht bis zu Ihrer Rückkehr nach Hause warten können.
  • Anwohner/Arbeitnehmer: Wenn Sie in Österreich beschäftigt sind, werden Sie automatisch in das gesetzliche Krankenversicherungssystem (ÖGK oder andere Sozialversicherungsträger wie SVS für Selbstständige, BVAEB für den öffentlichen Sektor) aufgenommen. Ihr Arbeitgeber übernimmt die Anmeldung. Wenn Sie in einem anderen EU-Land versichert sind, aber Ihren Wohnsitz in Österreich haben, benötigen Sie möglicherweise ein S1-Formular vom Sozialamt Ihres Heimatlandes, um Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung in Österreich zu erhalten.

Für Nicht-EU-/EFTA-/UK-Bürger:

  • Visum- und Aufenthaltserlaubnis: Nicht-EU-/EFTA-/UK-Staatsangehörige müssen nachweisen, dass sie über eine gültige Krankenversicherung verfügen, die alle Risiken in Österreich abdeckt, um ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Diese Versicherung muss umfassend und für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein.
  • Beschäftigungsabhängig: Wenn Sie in Österreich beschäftigt sind, werden Sie, ähnlich wie bei EU-Bürgern, von Ihrem Arbeitgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung angemeldet.
  • Studierende: Studierende, die an österreichischen Universitäten eingeschrieben sind, können sich für eine freiwillige studentische Krankenversicherung bei der ÖGK entscheiden, die ab Jänner 2026 78,84 € pro Monat kostet. Alternativ können sie eine private Krankenversicherung abschließen, die die „Allgefahren“-Abdeckungspflicht für Aufenthaltstitel erfüllt.
  • Arbeitslos/Nichterwerbstätig: Wer kein Einkommen hat oder weniger als die Geringfügigkeitsgrenze verdient, kann sich für eine Mitversicherung über die Familienversicherung oder eine freiwillige Selbstversicherung entscheiden.

Registrierungsschritte und Dokumentation:

  1. Sozialversicherungsnummer: Bei Einstellung erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber Ihre österreichische Sozialversicherungsnummer.
  2. E-Card-Antrag: Sie benötigen eine E-Card, für die ein biometrisches Foto erforderlich ist. Sollte kein Foto automatisch vorhanden sein, müssen Sie eines persönlich in einer ÖGK-Servicestelle abgeben. Sie benötigen Ihren Reisepass/Personalausweis, Ihre Sozialversicherungsnummer und einen Staatsbürgerschaftsnachweis.
  3. Vorübergehender Zugang: Sie können mit Ihrer Sozialversicherungsnummer und einem Lichtbildausweis auf medizinische Leistungen zugreifen, noch bevor Ihre E-Card eintrifft.
05Verstehen Sie Ihre Krankenversicherungsoptionen

Das österreichische Gesundheitssystem bietet mehrere Versicherungsmöglichkeiten für Expats:

  1. Obligatorische Krankenversicherung:

    • Für Arbeitnehmer: Automatische Anmeldung durch Ihren Arbeitgeber, in erster Linie bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Die Beiträge werden von Ihrem Bruttogehalt abgezogen.
    • Für Selbstständige: Anmeldung bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) innerhalb eines Monats nach Arbeitsaufnahme erforderlich. Die monatlichen Prämien variieren je nach Einkommen und liegen zwischen 500 und 700 Euro.
    • Für Angestellte des öffentlichen Dienstes, Eisenbahnarbeiter, Bergleute: Versichert durch BVAEB.
    • Freiwillige öffentliche Versicherung: Verfügbar für Studenten (78,84 €/Monat im Jahr 2026) und andere nicht erwerbstätige Einwohner (z. B. 526,79 €/Monat im Jahr 2025 für die allgemeine freiwillige Versicherung).
  2. Freiwillige private Krankenversicherung:

    • Zusätzlicher Versicherungsschutz: Die meisten privaten Tarife sind Zusatzversicherungen und erweitern den öffentlichen Versicherungsschutz durch Vorteile wie die Wahl des Arztes, private Krankenzimmer und kürzere Wartezeiten.
    • Internationale Krankenversicherung: Empfohlen für Expats, die häufig reisen oder keinen lokalen Arbeitsvertrag haben, und bietet umfassenden weltweiten Schutz. Anbieter wie Cigna Global und Allianz Care werden oft erwähnt.
    • Prämien: Typische monatliche Prämien für Erwachsene liegen zwischen 45 und 150 €, je nach Alter, Gesundheitszustand und Versicherungsniveau.
  3. Vom Arbeitgeber bereitgestellte Pläne: Einige Arbeitgeber bieten als Zusatzleistung eine zusätzliche private Krankenversicherung an, die die gesetzliche Pflichtversicherung ergänzt.

Empfohlene Anbieter: Zu den führenden Privatversicherern in Österreich gehören UNIQA Krankenversicherung, Wiener Städtische Zusatz, Generali Österreich und Allianz Krankenversicherung AT.

06Typische Kosten und Versicherungsschutz im Gesundheitswesen

Die Gesundheitskosten in Österreich werden im Allgemeinen gut über das öffentliche Versicherungssystem verwaltet, Expats sollten sich jedoch der möglichen Eigenkosten bewusst sein.

  • Hausarztbesuche & Facharztkonsultationen: Wenn Sie einen Arzt oder Facharzt aufsuchen, der einen Vertrag mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse (Kassenarzt) hat, werden die Kosten in der Regel zu 100 % übernommen. Bei Wahlärzten zahlen Sie im Voraus und Ihre Versicherung erstattet ca. 80 % der Kosten.
  • Krankenhausaufenthalte: Öffentliche Krankenhausaufenthalte in der allgemeinen Abteilung werden vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Für eine bestimmte Anzahl von Tagen im Jahr kann jedoch ein Selbstbehalt erhoben werden. Private Krankenzimmer oder „Komfortklasse“-Leistungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen und bedürfen einer privaten Zusatzversicherung.
  • Rezepte: Für jedes in einer Apotheke gekaufte Medikament fällt eine Rezeptgebühr an. Dieser lag im Jahr 2025 bei 7,55 Euro und im Jahr 2026 bei 6,50 Euro. Freiverkäufliche Arzneimittel werden nicht subventioniert.
  • Zahnpflege: Grundlegende zahnärztliche Leistungen werden von der öffentlichen Versicherung übernommen, komplexere Behandlungen wie Kronen, Implantate oder kieferorthopädische Eingriffe werden jedoch größtenteils selbst getragen. Viele Expats erwägen für diese Eingriffe eine Zahnzusatzversicherung oder einen Zahntourismus.
  • Sehpflege: Die Kosten für Brillen oder Kontaktlinsen werden im Allgemeinen nicht vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, obwohl bei bestimmten Erkrankungen möglicherweise eine Erstattung möglich ist.
  • Medizinische Hilfsmittel und Geräte: Für Gegenstände wie Hörgeräte oder orthopädische Einlagen zahlen Patienten in der Regel 10 % der Kosten, mindestens jedoch 43 € (Stand 2025).
  • Jahresgebühr für die E-Card: Es wird eine jährliche Servicegebühr für die E-Card abgezogen, die im Jahr 2025 13,80 € und im Jahr 2026 14,65 € betrug.
07Medizinischer Notfalldienst in Österreich

Österreich bietet umfassende medizinische Notfalldienste, die allen zugänglich sind, auch Touristen und Expats.

So rufen Sie um Hilfe an:

  • Rettungsdienst: Wählen Sie 144 für medizinische Notfälle.
  • Europäische Notrufnummer: Wählen Sie 112 für alle Notfälle (Krankenwagen, Feuerwehr, Polizei) in ganz Europa. Die Verwendung der spezifischen österreichischen Nummern ist zwar effektiv, kann jedoch zu schnelleren Reaktionszeiten führen.
  • Notfall-Hotline für medizinische Zwecke: Für dringende medizinische Hilfe, die nicht lebensbedrohlich ist, wählen Sie 1450. Geschultes medizinisches Personal kann Ihre Situation beurteilen und Sie an die entsprechende Behandlung weiterleiten, einschließlich Bereitschaftsärzten (Ärztenotdienst).

Was Sie erwartet:

  • Verfügbarkeit von Krankenwagen: Rettungsdienste sind in ganz Österreich verfügbar.
  • Notaufnahme im Krankenhaus: In einem schweren medizinischen Notfall können Sie sich direkt an die Notaufnahme des nächstgelegenen öffentlichen Krankenhauses wenden.
  • Sprache: Während das Krankenhauspersonal im Allgemeinen gut Englisch spricht, sprechen Sanitäter und Notfallhelfer möglicherweise hauptsächlich Deutsch. Es ist hilfreich, grundlegende deutsche Ausdrücke zu kennen oder eine Übersetzungs-App bereitzuhalten.
  • Zahlung für Ausländer: Der Notfalltransport mit dem Krankentransport ist in der Regel kostenlos, wenn eine mit der Krankenkasse beauftragte Rettungsorganisation gerufen wird. Wenn Sie eine EHIC haben, legen Sie diese im Krankenhaus vor. Nicht-EU-Bürger sollten ihre Daten zur privaten Krankenversicherung angeben. Jeder hat Anspruch auf medizinische Notfallversorgung, aber ohne Versicherung müssten Sie für die gesamten Kosten aufkommen.
08Qualität, Stärken und Herausforderungen im Gesundheitswesen

Das österreichische Gesundheitssystem ist weithin für seine hochwertige und fortschrittliche Infrastruktur bekannt.

Internationale Rankings:

  • Im CEOWORLD Health Care Index 2025 liegt Österreich mit einem Wert von 54,86 weltweit auf Platz 15. In einem weiteren Ranking aus dem Jahr 2025 liegt Österreich mit einem Index von 77,9 weltweit auf Platz 6.
  • Das AKH Wien und die von ihm gemeinsam mit der MedUni Wien betriebenen Universitätskliniken landeten im Newsweek-Ranking 2026 auf Platz 20 der 250 besten Krankenhäuser weltweit, ein deutlicher Sprung gegenüber Platz 27 im Jahr 2025.
  • Im World Index of Healthcare Innovation 2024 belegt Österreich insgesamt den 24. Platz und schneidet aufgrund seines starken Forschungssektors in Wissenschaft und Technologie (16.) gut ab.

Stärken:

  • Gesamtversicherung: Nahezu alle Einwohner sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert.
  • Hochwertige Pflege: Österreich bietet erstklassige medizinische Dienstleistungen, fortschrittliche Technologie und Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften.
  • Infrastruktur: Das Land verfügt über ausgezeichnete öffentliche Krankenhäuser und eine große Vielfalt an Spezialisten.

Schwächen und Herausforderungen:

  • Wartezeiten: OECD-Berichte aus dem Jahr 2025 weisen auf Bedenken hinsichtlich langer Wartezeiten für Facharzttermine und bestimmte Behandlungen im öffentlichen System hin.
  • Risiko eines zweistufigen Systems: Die OECD warnt davor, dass hohe private Kosten und lange öffentliche Wartezeiten zu einem zweistufigen Gesundheitssystem führen könnten, in dem Patienten zwischen längeren Wartezeiten oder höheren Selbstbeteiligungen für eine schnellere Behandlung wählen können.
  • Patientenzentrierte Versorgung: Österreich schnitt im World Index of Healthcare Innovation 2024 bei der patientenzentrierten Versorgung schlechter ab.
  • Ländlicher Zugang: Obwohl der Zugang im Allgemeinen gut ist, bestehen Bedenken hinsichtlich der ausreichenden Anzahl ausgebildeter Gesundheitsfachkräfte in ländlichen Gebieten.

Vergleich mit Nachbarländern: Das österreichische Gesundheitssystem wird im Vergleich zu vielen europäischen Ländern häufig positiv bewertet, insbesondere hinsichtlich der Qualität und des Zugangs zu fortschrittlicher Medizintechnik. Wie viele Industrienationen steht das Land jedoch vor anhaltenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der finanziellen Tragfähigkeit und der Steuerung der Nachfrage im Rahmen seiner öffentlichen Dienstleistungen.