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Gesundheitssystem in Luxembourg

Überblick über das Gesundheitssystem, Versicherungsoptionen und medizinische Versorgung für Expats

Für Auswanderer ist die Navigation durch das hoch bewertete, beitragsbasierte Gesundheitssystem Luxemburgs unkompliziert, da es einen universellen Versicherungsschutz mit Optionen für eine private Zusatzversicherung bietet.

Public Healthcare
CNS (Caisse Nationale de Santé) beitragsabhängig für
Beitragsabhängig für Bewohner/Arbeiter
To Enroll
Arbeitgeber meldet sich beim CCSS an; CNS-Karte ausgestellt
Private Insurance
50–300 €/Monat
Emergency
112 SAMU (Service d'Aide Médicale Urgente)
  • Luxemburg verfügt über ein hochwertiges, universelles Gesundheitssystem, das hauptsächlich durch obligatorische Sozialversicherungsbeiträge finanziert wird.
  • Das öffentliche System, das von der Caisse Nationale de Santé (CNS) verwaltet wird, deckt die meisten medizinischen Kosten ab und basiert auf einem Erstattungsmodell, obwohl ein Direktzahlungssystem (PID) eingeführt wird.
  • In Luxemburg arbeitende Expats werden durch die Registrierung ihres Arbeitgebers beim Gemeinsamen Zentrum für soziale Sicherheit (CCSS) automatisch im öffentlichen System angemeldet.
  • Während die öffentliche Versicherung umfassend ist, entscheiden sich viele Einwohner und Expats für eine private Zusatzversicherung, um Zuzahlungen, Zimmer-Upgrades und Dienstleistungen abzudecken, die nicht vollständig erstattet werden.
  • Den Notdienst erreichen Sie unter der Rufnummer 112. Die Telefonisten sprechen häufig Englisch. Außerhalb der Geschäftszeiten ist in den „Maisons Médicales“ eine hausärztliche Betreuung verfügbar.
  • Die Qualität der Gesundheitsversorgung in Luxemburg zählt durchweg zu den besten weltweit, mit hoher Patientenzufriedenheit und einem geringen ungedeckten medizinischen Bedarf.
  • Es gibt kein obligatorisches Überweisungssystem für Hausärzte, was den direkten Zugang zu Spezialisten ermöglicht, was für Expats ein erheblicher Vorteil ist.
  • Expats aus Nicht-EU-/EFTA-/Großbritannien-Ländern benötigen in der Regel eine private Krankenversicherung für Visa-Anforderungen und während der ersten Wartezeit für den freiwilligen Beitritt zum öffentlichen System.
EmergencyWenn Sie den Notdienst anrufen, geben Sie deutlich Ihren Standort, die Art des Notfalls und die Anzahl der beteiligten Personen an. Die Betreiber sprechen oft Englisch.
112
Notdienste Krankenwagen, Feuerwehr, Polizei (bei lebensbedrohlichen Notfällen und schweren Unfällen)
113
Polizei Polizei (für nicht lebensbedrohliche Notfälle wie Diebstahl oder Körperverletzung)
244244244
Polizei (kein Notfall) Allgemeine, nicht dringende Anfragen für die großherzogliche Polizei
The Details, by Topic
01Luxemburgs Gesundheitslandschaft

Luxemburg verfügt über ein hocheffizientes und umfassendes Gesundheitssystem, das regelmäßig zu den besten weltweit zählt. Es handelt sich um ein System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), das auf drei Grundprinzipien basiert: der obligatorischen Krankenversicherung, der freien Wahl des Gesundheitsdienstleisters und der Einhaltung fester Tarife durch die Anbieter. Das System wird in erster Linie vom Staat durch obligatorische Sozialversicherungsbeiträge aus Einkommen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen und Löhnen der Bewohner finanziert, wobei etwa 85 % der Gesundheitskosten aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Der Nationale Gesundheitsfonds (Caisse Nationale de Santé, CNS) überwacht das öffentliche System und verwaltet die Krankenversicherung und Erstattungen. Im Jahr 2023 schlossen sich das Gesundheitsministerium und das Ministerium für soziale Sicherheit zu einem Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit (M3S) zusammen, das für die Planung, Gesetzgebung und Finanzierung des Gesundheitswesens zuständig ist. Expats können eine hochwertige Pflege, eine breite Abdeckung und ein System erwarten, das die Wahlmöglichkeiten und die Zugänglichkeit des Patienten in den Vordergrund stellt.

02Das ZNS: Ihr Leitfaden für die öffentliche Gesundheitsversorgung

Das öffentliche Gesundheitssystem in Luxemburg wird von der Caisse Nationale de Santé (CNS) verwaltet, die als nationaler Gesundheitsfonds fungiert. Alle Arbeitnehmer und Selbstständigen mit Wohnsitz in Luxemburg sind zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen verpflichtet, was ihnen und ihren unterhaltsberechtigten Familienangehörigen wiederum Anspruch auf Krankenversicherungsschutz verschafft. Für Arbeitnehmer wird die Registrierung beim Gemeinsamen Zentrum für Soziale Sicherheit (CCSS) in der Regel von ihrem Arbeitgeber übernommen, der sie dann automatisch der CNS anschließt.

Das System basiert auf einem Erstattungsmodell, bei dem Patienten die Leistungen im Allgemeinen im Voraus bezahlen und dann Rechnungen zur Erstattung an die CNS einreichen. Seit März 2024 wird jedoch das System „Paiement Immediat Direct“ (PID) eingeführt, das es den Patienten ermöglicht, nur ihren persönlichen Anteil am Behandlungsort zu zahlen, während die CNS ihren Anteil direkt an den Anbieter überweist. Die Standarderstattungssätze für Erwachsene betragen im Jahr 2026 88 % des offiziellen ZNS-Tarifs für Haus- und Facharztkonsultationen sowie die meisten medizinischen Leistungen, während Kinder unter 18 Jahren 100 % Erstattung erhalten.

Ein wesentlicher Vorteil des luxemburgischen Systems ist die freie Wahl Ihres Gesundheitsdienstleisters; Es ist keine obligatorische Registrierung beim Hausarzt oder eine Überweisung erforderlich, um einen Facharzt aufzusuchen. Dies bedeutet, dass Expats Kardiologen, Dermatologen, Gynäkologen oder andere Spezialisten direkt konsultieren können, ohne dass ein Hausarzt die Tür aufhält. Die öffentlichen Krankenhäuser sind gut ausgestattet und alle Krankenhäuser in Luxemburg werden von der CNS betrieben. Während einige Quellen mögliche Warteschlangen für nicht dringende Verfahren erwähnen, ist der Zugang zu Spezialisten im Allgemeinen schneller als in vielen anderen EU-Ländern.

03Verbesserung der Pflege durch private Optionen

Während Luxemburgs öffentliches Gesundheitssystem sehr umfassend ist, fungiert die private Gesundheitsversorgung in erster Linie als ergänzende Ebene. In Luxemburg gibt es keine rein privaten Krankenhäuser; Alle Krankenhäuser stehen unter der Aufsicht der CNS. Allerdings sind die Gesundheitsdienste selbst technisch gesehen privat, das heißt, sie werden unabhängig betrieben und die Anbieter haben Vereinbarungen mit der CNS.

Private Krankenversicherungen, oft auch „Mutuelle“ oder Zusatzversicherungen genannt, erfreuen sich großer Beliebtheit. Bis zu 75 % der Bevölkerung schließen eine Zusatzversicherung ab. Diese Pläne decken den Teil der Arztgebühren ab, der nicht von der CNS erstattet wird (z. B. die 12-prozentige Zuzahlung für Konsultationen für Erwachsene) und bieten eine erweiterte Abdeckung für Dienstleistungen wie private Krankenzimmer, erweiterte zahnärztliche Behandlungen, optische Versorgung und medizinische Dienstleistungen außerhalb Luxemburgs.

Die Qualität der Pflege sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich ist außergewöhnlich hoch. Private Versicherungen können Vorteile wie keine Zuzahlungen, ein breiteres Spektrum an Gesundheitsdienstleistern mit individueller Betreuung und erstklassigen Komfort in Krankenhäusern bieten. Bei elektiven Eingriffen kann eine private Zusatzversicherung zu kürzeren Wartezeiten führen, obwohl der öffentliche Zugang zu Fachärzten bereits für ihre Schnelligkeit bekannt ist. Typische Beratungs- und Eingriffskosten werden in erster Linie von der CNS übernommen, wobei private Versicherungen die Lücke für den Patientenanteil oder zusätzliche Leistungen schließen.

04Zugang zur Gesundheitsversorgung für Ausländer

Der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Luxemburg ist für alle Einwohner obligatorisch, auch für Ausländer, die im Land leben oder arbeiten.

Für Arbeitnehmer/Anwohner:

  1. Nationale Identifikationsnummer (Matricule): Nach der Registrierung Ihrer Adresse bei Ihrer örtlichen Gemeinde erhalten Sie eine 13-stellige nationale Identifikationsnummer (Matricule).
  2. Sozialversicherungsregistrierung (CCSS): Wenn Sie angestellt sind, ist Ihr Arbeitgeber dafür verantwortlich, Sie innerhalb von acht Tagen nach Ihrem Beschäftigungsbeginn beim Joint Center of Social Security (CCSS) zu registrieren. Dadurch werden Sie automatisch dem CNS zugeordnet. Selbstständige müssen sich beim CCSS registrieren.
  3. CNS-Karte: Nach der Registrierung erhalten Sie in der Regel innerhalb von 15 Tagen eine Sozialversicherungskarte (CNS-Karte) mit Ihrer Matrikelnummer. Diese Karte ist für alle Arzttermine und Apothekenbesuche unerlässlich. Die Karte ist doppelseitig, wobei die Rückseite als Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) dient.
  4. Familienmitversicherung: Ehepartner (die nicht arbeiten oder weniger als 16 Stunden pro Woche arbeiten) und Kinder unter 30 Jahren (studierend oder arbeitslos) können ohne zusätzliche Kosten im Rahmen Ihrer Police mitversichert werden, Sie müssen jedoch einen Antrag bei der Mitversicherungsabteilung der CNS stellen.

Für nicht erwerbstätige Einwohner: Wenn Sie Ihren Wohnsitz haben, aber nicht erwerbstätig sind (z. B. ein nicht berufstätiger Partner oder jemand, der zwischen zwei Jobs arbeitet), ist eine freiwillige ZNS-Mitgliedschaft möglich, die im Jahr 2026 etwa 151,41 € pro Monat kostet. Allerdings gibt es eine dreimonatige Wartezeit, bevor die Erstattungen beginnen, während derer eine private oder internationale Krankenversicherung von entscheidender Bedeutung ist.

Gegenseitige Gesundheitsvereinbarungen:

  • EU-/EFTA-/UK-Bürger: Besucher aus EU-/EFTA-Ländern können ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) für medizinisch notwendige Behandlungen während vorübergehender Aufenthalte verwenden. Britische Staatsbürger können ihre Global Health Insurance Card (GHIC) verwenden. Für Personen, die dauerhaft umziehen, kann ein S1-Formular verwendet werden, um Gesundheitsansprüche von ihrem Heimatland nach Luxemburg zu übertragen.
  • Andere Länder mit bilateralen Abkommen: Luxemburg hat bilaterale Abkommen mit Ländern wie Bosnien und Herzegowina, Kap Verde, Marokko, Montenegro, Tunesien, der Türkei, Mazedonien und Serbien, die eine ähnliche Übertragung von Krankenversicherungsansprüchen über bestimmte Formulare ermöglichen (häufig mit der Endung „104“).
  • Nicht-EU-/EFTA-/UK-Expats: Staatsangehörige anderer Länder müssen in der Regel den Nachweis einer gültigen privaten Krankenversicherung vorlegen, um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten oder ein Visum zu beantragen.
05Verstehen Sie Ihre Krankenversicherungsoptionen

Für alle Einwohner Luxemburgs ist eine Krankenversicherung obligatorisch. Expats haben mehrere Möglichkeiten:

  • Obligatorische öffentliche Beiträge (CNS): Für Arbeitnehmer werden die Beiträge vom Arbeitgeber automatisch von ihrem Bruttogehalt abgezogen. Im Jahr 2026 betrug dieser Satz 5,6 % des Bruttomonatsgehalts. Auch Selbstständige zahlen diesen Satz. Damit sind die meisten medizinischen Leistungen umfassend abgedeckt.
  • Freiwillige öffentliche Mitgliedschaft: Für nicht erwerbstätige Einwohner ist die freiwillige CNS-Mitgliedschaft im Jahr 2026 gegen eine monatliche Gebühr von ca. 151,41 € möglich. Beachten Sie, dass eine dreimonatige Wartezeit gilt, bevor die Erstattungen beginnen.
  • Zusätzliche private Krankenversicherung (Mutuelle): Diese Pläne werden häufig verwendet, um den Teil der Kosten zu decken, der nicht von der CNS erstattet wird (z. B. Zuzahlungen), und um zusätzliche Leistungen wie private Krankenzimmer, verbesserte zahnärztliche und optische Versorgung und Abdeckung für bestimmte alternative Medikamente bereitzustellen. Viele Arbeitgeber bieten eine zusätzliche Krankenversicherung als Arbeitnehmerleistung an. Zu den Anbietern zählen lokale Unternehmen und internationale Versicherer mit lokalen Plänen. Typische monatliche Prämien für Basis-Zusatzpläne können zwischen 50 und 100 € liegen, während umfassendere Pläne, einschließlich weltweiter Abdeckung, bis zu 150 bis 300 € pro Monat betragen können.
  • Internationale Krankenversicherung: Für Expats, die häufig reisen oder aus Nicht-EU-/EFTA-/UK-Ländern kommen und für ihr Visum einen Versicherungsnachweis benötigen, sind internationale Krankenversicherungen (z. B. von Cigna, Allianz, Bupa) eine beliebte Wahl. Diese Pläne bieten eine weltweite Abdeckung und können besonders während der anfänglichen Wartezeit auf die Einschreibung in das öffentliche System von Vorteil sein. Die Prämien für internationale Pläne für Expats liegen in der Regel zwischen 100 und 500 € pro Monat, je nach Alter und Versicherungsschutz.

Es ist zu beachten, dass die Prämien für private Krankenversicherungen in Luxemburg grundsätzlich steuerlich absetzbar sind, was einen finanziellen Anreiz für eine zusätzliche Absicherung darstellt.

06Typische Kosten und Erstattungen im Gesundheitswesen

Das luxemburgische Gesundheitssystem ist darauf ausgelegt, die Eigenkosten der Einwohner relativ niedrig zu halten. Die Haushalte tragen landesweit nur etwa 10 % der gesamten Gesundheitsausgaben bei, was deutlich unter dem OECD-Durchschnitt liegt. Das System funktioniert in erster Linie auf Erstattungsbasis, was bedeutet, dass Patienten die Leistungen in der Regel im Voraus bezahlen und dann eine Erstattung von der CNS beantragen. Allerdings ist das System „Paiement Immediat Direct“ (PID), das eine direkte Zahlung des CNS-Anteils an den Anbieter ermöglicht, zunehmend verfügbar.

Typische Selbstbeteiligungskosten (2026):

  • Hausarztbesuche: Der offizielle ZNS-Tarif für eine Hausarztkonsultation im Jahr 2026 beträgt 59,50 €. Erwachsene erhalten eine Rückerstattung von 88 % (52,36 €) und zahlen 7,14 € aus eigener Tasche. Wenn ein Hausarzt mehr als den offiziellen Tarif berechnet, ist der Patient für die Differenz verantwortlich.
  • Fachärztliche Konsultationen: Ähnlich wie bei Hausarztbesuchen erhalten Erwachsene 88 % des offiziellen ZNS-Tarifs erstattet.
  • Krankenhausaufenthalte: Stationäre Patienten zahlen eine nicht erstattungsfähige Standard-Tagesgebühr von 25,50 €, begrenzt auf maximal 30 Tage pro Kalenderjahr. Diese Gebühr gilt nicht für Kinder unter 18 Jahren. Die CNS übernimmt die meisten Krankenhauskosten direkt, die Arzthonorare während eines Krankenhausaufenthalts werden jedoch häufig separat erstattet.
  • Rezepte: Die Erstattungssätze variieren je nach Medikamentenkategorie: 40 %, 80 % oder 100 %. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Verschreibung werden nicht erstattet.
  • Zahnpflege: Für Erwachsene werden standardmäßige Zahnbehandlungen zu 88 % des CNS-Tarifs erstattet. Die ersten 77,35 € der jährlichen Zahnarztkosten werden vollständig erstattet. Für größere Zahnprothesen und Kieferorthopädie ist eine gesonderte vorherige Genehmigung der ZNS erforderlich.
  • Sehkraftpflege: Grundlegende Sehkraftpflege ist abgedeckt, für höherpreisige Fassungen, Linsen oder fortgeschrittene Eingriffe, die nicht vollständig von der CNS abgedeckt werden, wird jedoch häufig eine private Zusatzversicherung abgeschlossen.
  • Psychotherapie: Seit Februar 2023 wird die Psychotherapie von der CNS erstattet. Erwachsene erhalten eine Erstattung von 70 % des offiziellen Tarifs (158,95 € pro Sitzung im Jahr 2026, d. h. 111,27 € abgedeckt), während Kinder eine Erstattung von 100 % erhalten. Dies gilt nur für niedergelassene Psychotherapeuten, nicht für Psychologen.

Insgesamt übernimmt die CNS zwischen 80 und 90 % der gesamten Gesundheitskosten, sodass die Selbstbeteiligungen zu den niedrigsten in Europa gehören.

07Medizinischer Notfalldienst in Luxemburg

In Luxemburg ist 112 die primäre Notrufnummer für alle lebensbedrohlichen Situationen, einschließlich medizinischer Notfälle, Brände und schwerer Unfälle. Unter der Nummer 112 können Sie angeben, ob Sie den SAMU (Service d'Aide Médicale Urgente) benötigen, der in kritischen Fällen einen Krankenwagen mit einem Arzt an Bord schickt. Für polizeiliche Notfälle, die nicht lebensbedrohlich sind (z. B. Diebstahl, Körperverletzung ohne Verletzung), können Sie 113 wählen.

Rettungskräfte beherrschen in der Regel die englische Sprache, es ist jedoch wichtig, Ruhe zu bewahren und klare und präzise Informationen über Ihren Standort, die Art des Vorfalls und die Anzahl der verletzten Personen bereitzustellen.

Für die hausärztliche Versorgung außerhalb der Geschäftszeiten verfügt Luxemburg über drei „Maisons Médicales“ (medizinische Zentren) in Luxemburg-Stadt, Ettelbruck und Belval. Diese Zentren bieten an Abenden, Wochenenden und Feiertagen ambulante Hausarztdienste an. Nach Mitternacht wird empfohlen, zunächst die 112 anzurufen, um ärztlichen Rat einzuholen. Dies kann zu einem Termin in einer Maison Médicale oder einem Hausbesuch führen.

Während Nothilfe unabhängig vom Versicherungsstatus jedem zur Verfügung steht, ist die Behandlung für Ausländer nicht völlig kostenlos. Besucher aus EU-/EFTA-/UK-Ländern mit einer EHIC oder GHIC haben Anspruch auf medizinisch notwendige Behandlung zu den ortsüblichen Tarifen. Für andere oder nicht medizinisch notwendige Behandlungen fallen Kosten an, sodass eine Reise- oder private Krankenversicherung dringend empfohlen wird. Krankenhäuser wie das Centre Hospitalier de Luxembourg (CHL) und das Hôpitaux Robert Schuman (HRS) bieten gut ausgestattete Notaufnahmen.

08Beurteilung der Qualität der Gesundheitsversorgung

Das luxemburgische Gesundheitssystem erhält durchweg großes Lob und zählt häufig zu den besten in Europa und weltweit. Der Gesundheitsqualitätsindex des Landes wurde mit 94/100 angegeben, was auf hervorragende Standards im internationalen Vergleich hinweist. Die Patientenzufriedenheit ist besonders hoch: 86 % der Menschen in Luxemburg sind mit der Verfügbarkeit einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung zufrieden, was deutlich über dem OECD-Durchschnitt liegt. Der ungedeckte Bedarf an Gesundheitsversorgung ist mit nur 1,0 % der Bevölkerung bemerkenswert gering.

Stärken:

  • Allgemeine Abdeckung und Zugänglichkeit: Fast alle Einwohner (99 %) sind durch das staatliche Gesundheitssystem abgedeckt, was einen breiten Zugang zu Dienstleistungen gewährleistet. Patienten genießen die freie Wahl des Leistungserbringers und uneingeschränkten Zugang zu allen Versorgungsstufen, einschließlich des direkten Zugangs zu Fachärzten ohne hausärztliche Überweisung.
  • Hohe Gesundheitsergebnisse: Luxemburg schneidet bei wichtigen Gesundheitsindikatoren besser ab als der OECD-Durchschnitt, einschließlich einer Lebenserwartung von 83,4 Jahren (2023), was 2,3 Jahre über dem OECD-Durchschnitt liegt. Auch die vermeidbaren und behandelbaren Sterblichkeitsraten gehören zu den niedrigsten in der OECD.
  • Investitionen in die digitale Gesundheitsversorgung: Das Großherzogtum hat erhebliche Investitionen in die digitale Gesundheitsversorgung getätigt und so zu deren Effizienz beigetragen.

Schwächen:

  • Ärztemangel: Trotz hoher Qualität weist Luxemburg eine Ärztedichte von 4 Ärzten pro 1.000 Einwohner (2023) auf, was unter dem EU-Durchschnitt liegt.
  • Pflegekoordination: Das System behandelt mehr Patienten mit chronischen Erkrankungen als notwendig, was darauf hindeutet, dass Raum für eine verbesserte Pflegekoordination besteht.

Im Vergleich zu den Nachbarländern zeichnet sich das luxemburgische Gesundheitssystem durch eine hohe öffentliche Finanzierung, niedrige Selbstbeteiligungskosten für die Haushalte und eine ausgezeichnete Patientenerfahrung aus, wobei es in Qualität und Zugänglichkeit oft über dem regionalen Durchschnitt liegt.