Umwelt & Gesundheit in Kazakhstan
Luftqualität, Grünflächen und Nachhaltigkeitspolitik
Luftqualitätsindex
Kasachstan zählt durchweg zu den am stärksten verschmutzten Ländern weltweit. Die jährlichen durchschnittlichen PM2,5-Konzentrationen liegen zwischen 15 und 31,1 µg/m³ und überschreiten die WHO-Grenzwerte (5 µg/m³) um das 3- bis 6,2-fache. Almaty zeigte im Jahr 2024 eine deutliche Verbesserung, während Astana einen Rückgang von 16 % gegenüber dem Ausgangswert von 2022 beibehielt. Im Jahr 2024 erhielten Luftschutz und Klimaschutz 153,6 Milliarden Tenge, was einem jährlichen Wachstum von 25,8 % entspricht.
Wasserqualität
Wasserknappheit ist in Kasachstan ein zunehmendes Problem, wobei Strategien zur Anpassung an den Klimawandel als entscheidende Priorität gelten. Die Überwachung der Wasserqualität und die Abwasseraufbereitung erhielten im Jahr 2024 83,3 Milliarden Tenge. Das Land gab im Jahr 2024 663.966,4 Tausend Kubikmeter Wasser an die Bevölkerung ab, obwohl grenzüberschreitende Wasserprobleme weiterhin eine erhebliche regionale Herausforderung darstellen.
Recyclingsystem
Die Sammlung kommunaler Abfälle erreichte im Jahr 2023 3.801.635 Tonnen. Auf Abfallmanagement und Abwasserbehandlung entfielen im Jahr 2024 146,9 Milliarden Tenge bzw. 83,3 Milliarden Tenge. Kasachstan investierte im ersten Halbjahr 2025 78,8 Milliarden Tenge in den Umweltschutz, eine Steigerung um das 4,6-Fache, obwohl umfassende Daten zur Recyclinginfrastruktur noch begrenzt sind.
Grünflächen
Kasachstan verfügt über ein enormes Potenzial für erneuerbare Energien, verfügt jedoch derzeit nicht über umfassende Schutzgebietsstatistiken in den verfügbaren Quellen. Die Waldbedeckung bleibt mit etwa 3,2 % der gesamten Landfläche begrenzt. Das Land ist Gastgeber des Regional Environmental Summit of Central Asia 2026 (RES-2026) mit einer 11.000 Quadratmeter großen Ausstellung, die sich auf Umweltinnovationen und nachhaltige Entwicklung konzentriert.
Umweltpolitik
Kasachstan verabschiedete eine Strategie zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2060 und trat Ende 2023 dem Global Methane Pledge bei. Der dritte national festgelegte Beitrag (NDC 3.0) deckt den Zeitraum 2026–2035 ab. Allerdings kritisieren Experten das Fehlen sektorspezifischer Ziele und Widersprüche: Während der Kohleausstieg für 2060 vorgesehen ist, plant Kasachstan, bis 2030 6 GW neue Kohlekapazitäten aufzubauen. Das Land plant, die Gas- und Ölproduktion zu steigern, obwohl es zu den zehn Ländern mit den größten erschlossenen Kohlereserven gehört.
- •Strategie zur Erreichung der CO2-Neutralität bis 2060
- •Global Methane Pledge (beigetreten 2023)
- •Dritter national festgelegter Beitrag (NDC 3.0) 2026–2035
- •Kohleausstiegsziel 2060
Naturkatastrophenrisiko
MÄSSIGKasachstan ist einem mäßigen Risiko von Naturkatastrophen ausgesetzt, da Wasserknappheit ein zunehmendes Problem darstellt, das durch den Klimawandel noch verschärft wird. Das Land ist von seismischen Aktivitäten und Überschwemmungen betroffen. Strategien zur Anpassung an den Klimawandel wurden von internationalen Klimaexperten als entscheidende Prioritäten identifiziert, insbesondere im Hinblick auf das Wasserressourcenmanagement und die Katastrophenvorsorge in den ariden und semi-ariden Regionen Zentralasiens.
Nachhaltigkeitsinitiativen
Kasachstan verfügt über ein enormes Potenzial an erneuerbaren Energien, ist jedoch weiterhin stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Die CO2-Neutralitätsstrategie zielt auf eine verstärkte Erzeugung erneuerbarer Energien ab und schlägt gleichzeitig Erdgas als Übergangsbrennstoff und die Integration der Kernenergie vor. Allerdings stehen die Pläne, bis 2030 6 GW neue Kohlekapazitäten aufzubauen, im Widerspruch zu den langfristigen Klimazielen, was auf politische Inkonsistenzen hindeutet, die dringend einer Lösung bedürfen.
Kasachstan investierte im ersten Halbjahr 2025 78,8 Milliarden Tenge (145 Millionen US-Dollar) in den Umweltschutz, ein 4,6-facher Anstieg im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2024. Dies kehrt den 5,2-fachen Rückgang im Jahr 2024 um, als die Investitionen auf 52,8 Milliarden Tenge sanken. Luftschutz und Klimaschutz erhielten im Jahr 2024 mit 153,6 Milliarden Tenge die höchste Zuweisung, was einem jährlichen Wachstum von 25,8 % entspricht.
Kasachstan ist mit Unterstützung der Vereinten Nationen Gastgeber des Regionalen Umweltgipfels Zentralasiens 2026 (RES-2026) mit einer 11.000 Quadratmeter großen internationalen Ausstellung, die Umweltinnovationen und grüne Technologien präsentiert. Ziel des Gipfels ist es, politischen Willen, wissenschaftliches Fachwissen und praktische Lösungen zur Bewältigung grenzüberschreitender Wasserprobleme, des Klimawandels und des Schutzes der biologischen Vielfalt in ganz Zentralasien zu vereinen.
Im Jahr 2024 erhielten Luftschutz und Klimaschutz 153,6 Milliarden Tenge, was einem jährlichen Wachstum der Umweltausgaben von 25,8 % entspricht. Almaty verzeichnete im Jahr 2024 eine deutliche Verbesserung des PM2,5-Gehalts, mit der potenziellen Vermeidung von 154 Todesfällen bei Erreichen der Zwischenziele der WHO. Astana näherte sich dem Ziel von 15 µg/m³, dessen Einhaltung schätzungsweise 69 Leben retten würde.
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